Theatergruppe des Wallenstein-Festspielvereins Altdorf

Wir spielen: "Affenparade - 33 Dialoge zur Zeitgeschichte" von Herbert Rosendorfer

URAUFFÜHRUNG

Herbert Rosendorfer

Herbert Rosendorfer (1934-2012) war ein deutscher Jurist, Schriftsteller und Karikaturist. Er schuf ein umfangreiches Opus, das neben Romanen und Erzählungen auch Theaterstücke, Fernsehspiele, historische Werke, Abhandlungen zur Musik, Reiseführer, Libretti sowie Kompositionen und Gemälde (vorwiegend Zeichnungen und Aquarelle) umfasst. Seine Texte sind zum großen Teil der phantastischen Literatur zuzurechnen. Er beherrschte auch die realistische und historische Erzählung, die bei ihm häufig satirische bis groteske Züge trägt (Quelle). Sein wohl bekanntestes Werk ist der Roman "Briefe an die chinesische Vergangenheit".

"Affenparade - 33 Dialoge zur Zeitgeschichte"

Die Herren Dirrigl und Kammermaier begegnen sich fast täglich, wenn sie ihre Hunde Gassi führen. Wie über die Vierbeiner, so spricht man auch übers Wetter und von der Politik. Den Aufsteig des Infantristen und Kunstmalers Adolf Hitler verfolgen sie distanziert neugierig, lassen in ihrem Kommentaren den "ganz gewöhnlichen" Antisemitismus durchblicken und werden schließlich zu Mitläufern, denn "man muss mit der Zeit gehen". Widerstand regt sich bei ihnen - zu spät - erst, als man ihnen Lebensmittelmarken für ihre Hunde verweigert. Auch ihre Gattinnen und andere Durchschnittsbürger beobachtet man in ihrem Verhalten zum Weltgeschehen: Die Prostituierte, die zur Frau Reichsamtsleiter wird, den SS-Mann, der seine junge Verlobte nicht nackt als Amazone durch den Englischen Garten reiten lassen will, Oberlehrer und Staatsanwalt, Stadtpfarrer und Kellnerinnen. Und zwischendrin immer wieder die jüdischen Mitbürger Peschmowitz und Blumenthal, die angesichts dieser grotesken Verformungen der deutschen Realität zwischen blankem Entsetzen und schwarzem Humor erst nach und nach begreifen, dass sie nicht mehr als Deutsche gelten.

Rosendorfer wählt für seine Szenenfolge, die sich an Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches anlehnt, eine rein Münchener Perspektive auf die Jahre von der Niederschlagung der Räterepublik bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. In knappen, prägnanten Szenen spiegeln scheinbar harmlose Gespräche kleiner und auch größerer Leute in Alltagsbegegnungen das eben nicht "unfassbar", sondern ganz alltäglich grauenhafte Gesicht des Nationalsozialismus (Quelle).

Obwohl das Stück bereits 2010 veröffentlicht wurde, gab es - außer einer szenischen Lesung mit dem Autor selbst im Jahr 2011 - noch keine öffentliche Aufführung. Die Wespen präsentieren somit eine Welturaufführung im neu eröffneten Kulturtreff!

Hier geht's zur Theaterkritik des Boten.

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Termine, Spielort, Eintrittskarten

Samstag, 23. März 2019, 19:00 Uhr
Sonntag, 24. März 2019, 19:00 Uhr
Montag, 25. März 2019, 19:00 Uhr
Samstag, 30. März 2019, 19:00 Uhr
Sonntag, 31. März 2019, 19:00 Uhr

im Kulturtreff Altdorf (ehem. Stadthalle)
(Baudergraben 1, 90518 Altdorf)

Eintrittskarten sind ab 09. März in der Buchhandlung Lilliput
und an der Abendkasse erhältlich.
Eintritt: 12,- Euro
Freie Platzwahl! Saalöffnung: 18:00 Uhr
Spieldauer: bis ca. 21:30 Uhr inkl. Pause

Herr Kammermeier Udo Gerstacker
Herr Dirrigl Herbert Beck
Hausknecht Michael Kuhn
Soldat Barbara Beck
Blinder Soldat Wolfgang Werthner
Frau Anja Beck
Hauptmann Wolfgang Rösch
Besoffener Laura Barabas
Frau Kammermeier Karin Völkl
Frau Dirrigl Julia Alexander
Bedienung Lena Bergmann
Peschmowitz Herbert Creutz
Blumenthal Wolfgang Völkl
Frieda Nikola Hinney
Sophie Anja Reinhardt
1. Passant Lena Bergmann
2. Passant Barbara Beck
Oberlehrer Bürkel Thomas Märx
Oberregierungsrat Pflaum Peter Oberhofer
Herr Davidson Karin Völkl
Elsa Bruckmann Julia Alexander
Erna Hanfstaengl Josefin Weinert
Friseur Barbara Beck
Senatspräsident Ernst Bergmann
Staatsanwalt Winkler Michael Kuhn
1. Kellnerin Lena Bergmann
2. Kellnerin Laura Barabas
Küchenhelfer Josefin Weinert
Goebbels Anja Beck
Engel Peter Oberhofer
Obersturmführer Wolfgang Werthner
Staudigl Michael Kuhn
1. Amazone Wolfgang Rösch
2. Amazone Ernst Bergmann
Frau Prielhofer Julia Alexander
Frau Oberlehrer Bürkel Laura Barabas
Dienstmädchen Anja Beck
Sohn Michael Kuhn
Vater Wolfgang Werthner
Stadtpfarrer Ernst Bergmann
Schneider Günther Josefin Weinert
Rentner Böhm Barbara Beck
Offizier Thomas Märx
Sophies Mann Wolfgang Rösch
Alte Frau Karin Völkl

Regie: Eleonore Schön
Maske: Marc Fleischmann, Sonja Steinbinder
Soufflage: Felix Oberhofer, Sonja Steinbinder
Musik: Wolfgang Völkl
Technik: Herbert Beck, Josef Steinbinder, Richard Winter